Grafikkarte backen: Wie bitte?
Es wirkt, wie ein billiger Trick, um seine Hardware möglichst grausam über den Jordan zu schicken: Um eine defekte Karte wieder zu nutzen, solle man sie in den Backofen legen – sagen viele User auf Internetseiten. Doch erstens fiel es schwer, diese Geschichte zu glauben, und zweitens will man schließlich nicht noch mehr kaputtmachen. Doch die Theorie klingt einleuchtend: Durch häufiges Erwärmen und Abkühlen kann es in den Speicherbausteinen zu kalten Lötstellen kommen. Durch das langsame und kontrollierte Erhitzen der Hardware soll es möglich sein, die Lötstellen (zumindest zeitweise) wieder zu reparieren. Und da ich nichts zu verlieren hatte, folgte der Versuch.
Grafikkarte backen: Wie viel Grad? Wie lange?
Ehrlich gesagt war es mir nach dem frustreichen Schriftverkehr mit dem Hersteller fast egal, was mit der Karte passiert. Deswegen die Holzhammer-Methode: Vor dem Backen entfernte ich alle Bauteile von der Platine, die mit Schrauben daran befestigt waren – also Kühler, Bleche, Plastik-Krams. Nachdem das erledigt war, kam die Karte bei 100 Grad für eine halbe Stunde in den vorgeheizten Ofen. Kurz raus, Ofen auf 200 Grad und nochmal fünf Minuten auf das Blech. Voller Zweifel ließ ich die Karte danach abkühlen.
Grafikkarte backen: Es lebt!
Sobald ich die Karte wieder anpacken konnte, erfolgte der Rückbau: Wärmeleitpaste erneuern, Kühler wieder drauf und alle Bleche zurück an ihren Platz. Dann rein ins Gehäuse, ein kurzes Stoßgebet – und los! Der Rechner fuhr hoch, Windows strahlte in seiner ursprünglichen 4K-Pracht auf dem Monitor. Zum Test ein Benchmark: Meine Güte, die Karte geht wieder! Das war im Dezember 2018. Nun ist es einen Monat später und die Karte verrichtet beinahe täglichen ihren Dienst beim Daddeln. Wer hätte das gedacht. Würde ich es wieder tun? Ja, sofort. Aber nur mit einer Grafikkarte, die sonst zur Deponie müsste.
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